Moderne
Veröffentlicht von Martin Küttel in 1 Zeitepochen · Mi 20 Mai 2026 · Minuten
Tags: Seriell, Musik, Polysilistik, Konzeptmusik
Tags: Seriell, Musik, Polysilistik, Konzeptmusik
Serielle Musik
Serielle Musik (auch Serialismus oder Serialität, von frz. musique sérielle, 1947 eingeführt von René Leibowitz; engl. serial music) ist ein Genre der Neuen Musik, das sich ab etwa 1948 entwickelte.
Aleatorik
Als Zufallskompositionen bezeichnet man Werke, deren Form offen ist, so dass die musikalische Verwirklichung dem Zufall überlassen bleibt. Diese Kompositionstechnik, die auch Aleatorik genannt wird, hielt Anfang der 1950er-Jahre Einzug in die Musik und ist eine Gegenreaktion auf den Rationalismus der seriellen Musik.
Klangflächenkomposition
Klangflächenkompositionen sind moderne Kompositionen, die den Klang und Klangflächen ins Zentrum der Aufmerksamkeit stellen. Klangflächenkompositionen sind durch Akkordbänder und übereinandergelegte Akkorde sowie vertikale und horizontale Tonverbindungen in Form von Clustern und Glissandi geprägt. Durch die Techniken der Klangflächenkompositionen wird ein ungewöhnlicher Klangeindruck vermittelt.
Zu den wichtigsten Vertretern zählen György Ligeti (Atmosphères, 1961), Friedrich Cerha (Spiegel, 1960–72), Krzysztof Penderecki und Henryk Górecki. Klangflächenkompositionen werden oft mit anderen Kompositionstechniken unter dem Begriff der Klangkomposition zusammengefasst.
Polystilistik
Der Begriff Polystilistik bezeichnet eine bestimmte Kompositionsweise innerhalb der Neuen Musik, die besonders im Zuge der Postmoderne an Bedeutung gewann. Bei dieser Technik geht es darum, in einem Stück verschiedene Musikstile miteinander zu kombinieren. Dabei können diese Genreeingriffe entweder nebeneinandergestellt werden oder sich gegenseitig überlappen.
Oft werden die jeweiligen Stile nachgeahmt, es können aber auch reine oder abgewandelte Zitate Verwendung finden. Je nach Zusammensetzung ergibt sich eine vollkommen neue Wirkung des alten Materials. Als unmittelbare historische Vorläufer gelten B.A. Zimmermanns Oper Die Soldaten (1965) sowie Berios „Sinfonia“ (1968–1969).
Minimale Musik
Minimal Music (auch musikalischer Minimalismus) ist ein Sammelbegriff für verschiedene Musikstile innerhalb der Neuen Musik, die sich ab den 1960er-Jahren in den USA entwickelten. Der Name wurde Anfang der 1970er-Jahre von Michael Nyman geprägt in Anlehnung an den aus der Bildenden Kunst stammenden Begriff Minimal Art.
Post-Minimalismus
Als Post-Minimalismus bezeichnet man in der Regel die Werke zeitgenössischer Komponisten, die „minimalistische Merkmale“ zwar besitzen, aber deren Verarbeitung wesentlich organischer ist.
Zum einen suchten einige dieser Komponisten noch eine stärkere Nähe zur Popmusik, während andere „minimalistische Muster“ mit der Tradition klassischer Konzertmusik verbanden. Der Post-Minimalismus entwickelte sich in den 1970er Jahren ausgehend von der „Minimal Music“. Seinen Höhepunkt fand er in den 1980er und 1990er Jahren.
Neue Einfachheit
Die Neue Einfachheit ist eine Stilrichtung der Neuen Musik. Eine Definition ist insofern schwierig, als der Begriff keine feste „Schule“ oder Gruppierung in der neuen Musik bezeichnet, sondern eher eine Kompositionshaltung.
Zumeist wird der Begriff auch nicht von den Komponisten selbst benutzt, sondern von Musikwissenschaftlern (seit Ende der 1970er Jahre) oder Musikjournalisten geprägt, um dieses Phänomen zu beschreiben. Die Komponisten zogen hingegen andere Begrifflichkeiten vor, etwa Neue Vielfalt oder Neue Eindeutigkeit, wie Wolfgang Rihm 1977 vorschlug.
New complexity
Der Komplexismus ist ein Genre innerhalb der Neuen Musik. Als Begründer und wichtigster Vertreter gilt der britische Komponist Brian Ferneyhough. Als Vertreter in Deutschland gilt der Ferneyhough-Schüler Claus-Steffen Mahnkopf.
Musique spectacle
Die Spektralmusik (Musique spectrale) hat sich in den 1970er Jahren in Paris im Umfeld des Ensemble l’Itinéraire herausgebildet. Die wichtigsten Vertreter dieses Musikstils sind die Komponisten Gérard Grisey, Tristan Murail, Georg Friedrich Haas, Philippe Manoury, Michaël Levinas und Hugues Dufourt.
Die Spektralmusik ist nicht von der mathematischen Reihung von (Ton-)Parametern der seriellen Musik oder der freien Konstruktion der atonalen Musik geprägt, sondern beruht auf den Teiltönen der Klänge. Vorläufer dieses Kompositionsverfahrens sind Giacinto Scelsi, Ravel und Messiaen.
Konzeptmusik
Die Konzeptmusik (auch "Neuer Konzeptualismus") hat sich seit den 2000er Jahren im Bereich der Neuen Musik herausgebildet. Die wichtigsten Vertreter dieses Musikstils sind die Komponisten Peter Ablinger, Antoine Beuger, Patrick Frank, Johannes Kreidler, Trond Reinholdtsen und Anton Wassiljew. Historische Vorläufer sind die Konzeptkunst und Fluxus. Maßgeblich für die Konzeptmusik ist eine singuläre Idee, die das gesamte Musikstück determiniert, im Idealfall ohne weiteren Eingriff des Komponisten.
