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Madrigal, Mashup, Messe, Motette, Musette, Nocturne

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Madrigal, Mashup, Messe, Motette, Musette, Nocturne

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Veröffentlicht von Martin Küttel in 2 Genre · Fr 15 Mai 2026 · Lesezeit  Minuten
Tags: MadrigalMashupMesseMotetteMusette
Madrigal
Das Madrigal ist ein mehrstimmiges Vokalstück meist weltlichen Inhalts und eine wichtige musikalische Gesangsform der Renaissance und des Frühbarocks.
Das Madrigal ist ursprünglich eine sehr freie, in Italien entstandene Gedichtform, die als Textgrundlage für eine Komposition diente (Singgedicht). Besonders in Italien war diese Gattung im 16. und 17. Jahrhundert zuerst als mehrstimmige Chorkomposition, dann auch als instrumental begleitetes Sologesangsstück sehr beliebt. Der Text beinhaltet zumeist weltliche Themen; das geistliche Pendant zum Madrigal bildet die Motette.

Mashup
In der Musik entsteht ein Mashup, indem die Gesangsspur (A-cappella) eines Songs mit der Instrumentalspur eines anderen überlagert wird.
Das Ziel: Eine nahtlose Verschmelzung zweier unterschiedlicher Genres oder Epochen zu schaffen, bei der es sich anfühlt, als wären sie füreinander bestimmt.
Bekanntes Beispiel: Danger Mouse’ „The Grey Album“ (Gesang vom „Weißen Album“ der Beatles gemischt mit Beats vom „Schwarzen Album“ von Jay-Z).

Messe
Messe (Missa) heißt eine Gattung musikalischer Kompositionen, denen die Texte der heiligen Messe der katholischen Liturgie zugrunde liegen. Neben den gleich bleibenden Texten (Ordinarium) werden in manchen Kompositionen auch einige der nach dem Kirchenjahr oder Anlass veränderlichen Texte (Proprium) vertont.
Die lutherische Liturgie behielt das Ordinarium weitgehend bei. Die typische Lutherische Messe besteht aus den Teilen Kyrie und Gloria.

Motette
Motette (kirchenlateinisch motetus, französisch motet) ist in der mehrstimmigen Vokalmusik ein Gattungsbegriff, der seit dem 13. Jahrhundert anzutreffen ist.
Im 21. Jahrhundert rezipieren Komponisten wie Adelheid Geck, Karl Jenkins, Arvo Pärt, Sven-David Sandström, Enjott Schneider oder Ludger Stühlmeyer die Form der Motette in der Tradition liturgisch basierter Texte.

Musette
Der Begriff Musette bezeichnet in der Musikgeschichte gleich zwei völlig verschiedene, aber historisch miteinander verbundene Musikgattungen. Beide sind untrennbar mit Frankreich verbunden, stammen jedoch aus komplett unterschiedlichen Epochen und Gesellschaftsschichten.
1. Die barocke Musette (17. & 18. Jahrhundert)In der Barockzeit war die Musette (genauer: Musette de cour) eine hochentwickelte, elegante Form des Dudelsacks. Sie wurde nicht mit dem Mund geblasen, sondern über einen kleinen Blasebalg unter dem Arm mit Luft versorgt. Im Zuge einer gesellschaftlichen Sehnsucht nach einem idealisierten, unschuldigen Landleben (Schäferidylle oder Pastorale) wurde dieses Instrument am französischen Königshof unter Ludwig XIV. und Ludwig XV. absolut modisch.
2. Das Pariser Bal-Musette (Spätes 19. & 20. Jahrhundert)Schwenk ins Paris der Jahrhundertwende um 1900: Aus dem höfischen Tanz war längst ein wilder, urbaner Volkstanz der Pariser Arbeiterviertel geworden. Einwanderer aus der ländlichen Auvergne brachten ihre traditionelle Sackpfeife (die Cabrette) mit nach Paris und eröffneten Tanzlokale – die sogenannten Bals-Musette.
Hier passierte eine spannende Fusion, die die moderne Musikgattung definierte.
Die Akkordeon-Revolution: Italienische Einwanderer brachten das chromatische Akkordeon mit nach Paris. Es verdrängte die Sackpfeife schnell, weil es lauter, harmonisch komplexer und extrem schwungvoll war. Der Name "Musette" blieb jedoch als Genrebezeichnung für die Musik und den Tanzstil bestehen.
Der charakteristische "Schwebeton": Um den durchdringenden Klang der alten Sackpfeifen nachzuahmen, wurden die Stimmzungen der Musette-Akkordeons absichtlich leicht gegeneinander verstimmt. Dadurch entsteht das typisch schwebende, vibrierende Rascheln (der Musette-Register-Klang), das man heute sofort mit Pariser Cafés, Metrostationen und Filmen wie "Die fabelhafte Welt der Amélie" assoziiert.

Nocturne
Das (auch: „die“) Nocturne bzw. Notturno (dt. wortwörtl.: „Nacht werdend“, meist: „nächtlich“) ist eine in der Zeit des Barock entstandene Musikform, die in ihrer Besetzung und Satzstruktur nicht festgelegt ist. In dieser Zeit überschneidet sich die Bezeichnung Nocturne mit der Serenade. Nocturnes etablierten sich als Unterhaltungsmusik an Fürstenhäusern und waren vorrangig instrumental besetzt, konnten aber auch vokale Elemente enthalten.
In der heutigen Wahrnehmung verbinden sich mit dem Nocturne jedoch vor allem in der Romantik entstandene Charakterstücke für Klavier, als deren Erfinder der irische Komponist John Field gilt. Besondere Bedeutung erhielten die 21 Nocturnes von Frédéric Chopin, die in ihrer Anlage nur noch selten dem in dieser Zeit gültigen Bild des Nocturnes als eher langsameres und ruhiges Klavierstück entsprechen, sondern eine große Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten entfalten.


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