Jazz / Pop / Rock / Country / Folksmusik
Veröffentlicht von Martin Küttel in 1 Zeitepochen · Di 19 Mai 2026 · Minuten
Tags: Jazz, Pop, Rock, Country, Folksmusik
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Oldtime Jazz
Das Wort „Jazz“ taucht wohl erstmals 1913 auf, als ein Zeitungsreporter über ein Spiel des Baseballteams der San Francisco Seals schrieb. Er verwendete „Jazz“ synonym für schwungvoll oder enthusiastisch: „The poor old Seals have lost their ‘jazz’ and don’t know where to find it“ (Die bemitleidenswerten Seals haben ihren ‚Jazz‘ verloren und können ihn nicht wiederfinden).
Die Kategorisierung verschiedener Jazzstile und deren zeitliche Zuordnung ist kaum möglich. Die Grenzen zwischen den Stilen des Hot oder Oldtime Jazz sind fließend, der Zeitpunkt ihrer Entstehung meist nicht eindeutig zu definieren. Es ist in vielen Fällen auch kaum möglich, von der Dominanz eines Stiles während einer bestimmten Periode zu sprechen.
Die nachfolgende Auflistung bietet daher nur einige grobe Anhaltspunkte:
1900: New-Orleans-Jazz
1910: Dixieland
1920: Chicago-Jazz
Klassischer Jazz
Swing bezeichnet eine Stilrichtung des Jazz, die ihre Wurzeln in der Zeit der 1920er bis 1930er Jahre in den USA hat. Dort bildete sich aus vorangegangenen Stilrichtungen, wie dem Dixieland- und dem Chicago-Jazz eine neue Musikrichtung heraus, die letzten Endes ihre große Popularität aus ihrer Tanzbarkeit und ihrem vollen Klang ableitete.
In der Swing-Ära näherten sich Entertainment und Kunst einander am meisten; der Jazz machte Kompromisse, um populär zu werden, und bewahrte sich doch seine Eigenheiten.
Modern Jazz
Modern Jazz ist seit den 1950er Jahren eine Sammelbezeichnung für die Jazzstile, die einsetzend mit dem Bebop nach dem Swing-Stil zwischen 1940 und 1960 entstanden. Teilweise wird der Begriff auch verwendet, um alle Jazzformen zu bezeichnen, die nach dem Traditional Jazz entstanden oder wird in anderer Weise zur Abgrenzung von älteren Teilen der Jazzgeschichte benutzt, entsprechend der wörtlichen Übersetzung von Modern Jazz aus dem Englischen.
Im Gegensatz zu den Stilen des Traditional Jazz, dessen Songs auf einfachen Harmonien aufbauen, wurde nun eine mit erweiterten Akkorden angereicherte komplexe Harmonik verwendet. Zudem besaß der Modern Jazz eine wesentlich größere Dynamik sowie Abstraktheit. Er erreichte in der öffentlichen Wahrnehmung Höhepunkte mit Musikern wie Miles Davis, Oscar Peterson oder Cannonball Adderley.
Free Jazz
Free Jazz ist einerseits ein historischer Begriff für (harmonisch) freies Improvisationsspiel im Jazz seit den 1960er Jahren. Andererseits ist es ein bis heute ausstrahlendes Paradigma, das die Möglichkeit zur freien Entfaltung immer neuer Formen im Jazz und auch darüber hinaus (etwa in der Intuitiven Musik) bereithält.
Fusion, Jazzrock, Rockjazz
Fusion, auch Jazzrock oder Rockjazz genannt, ist ein Musikstil, der sich seit Beginn der 1960er-Jahre ausbildete und in dem sich die Raffinesse des Jazz mit der rhythmischen Intensität des Funk und der Kraft der Rockmusik verbindet. Fusion war in den 1970er-Jahren populär.
Die Geschichte des Fusion Jazz begann 1962 in New York City mit der Gruppe Jeremy and the Satyrs, die sich um den Jazz-Flötisten Jeremy Steig formierte. Der Stellenwert dieser Band ist allerdings im Nachhinein schwer einzuschätzen, da die Musik der Band, die regelmäßig im Café A Go Go auftrat, erst 1968 auf Platte dokumentiert wurde. 1965 begann Blues Project, Elemente des Folk Rock, des Bluesrock und des Jazz miteinander zu verbinden. Die Gruppe spielte bereits mit Orgel, elektrischer Gitarre, Bassgitarre und arbeitete nach Rockmanier mit Vokalisten. Ebenfalls 1965 gründeten Larry Coryell und Jim Pepper das Quintett Free Spirits. Diese Gruppe war psychedelisch orientiert, aber auch für Old-Time Music offen.
Zentrale Jazzstyl
New Orleans Jazz (ab 1905), Dixieland Jazz (ab 1910), Chicago Jazz (ab 1919), Swing (ab 1926), Bebop (ab 1940), Latin Jazz (ab 1947). Cool Jazz (ab 1948).
Zeitgenössische Entwicklung des JazzModern Creative, World Jazz bzw. Ethno-Jazz, Neotraditionalismus, Neoklassizismus, Acid Jazz, Downtown, Imaginäre Folklore, M-Base, Nu Jazz, Smooth Jazz bzw. Pop-Jazz, Jazz-Rap, Electroswing.
Pop, Rock
Häufig wird Pop von verwandten Stilen beeinflusst, etwa Rock, Hip-Hop, Dance, lateinamerikanischer Musik oder Country. Das Genre wird international durch die US-amerikanische und britische Musikindustrie dominiert, erfährt aber auch regionale Ausformungen mit gelegentlich globaler Wirkung.
Rockmusik, kurz auch Rock, dient als Oberbegriff für Musikrichtungen, die sich seit Ende der 1960er Jahre aus der Vermischung des Rock ’n’ Roll der späten 1950er- und frühen 1960er-Jahre mit anderen Musikstilen wie z. B. Beatmusik und Blues entwickelt haben. Viele Genres innerhalb der Rockmusik werden mit einzelnen Jugendkulturen identifiziert.
Traditionelle Volksmusik
Folksmusik ist die Musik der Kultur und der Identität. Sie ist unpoliert, echt, wird mit echten Instrumenten gespielt und stellt handgemachtes Geschichtenerzählen in den Vordergrund.
Es handelt sich um die Musik der „einfachen Leute“, die über Jahrhunderte hinweg mündlich von Generation zu Generation weitergegeben wurde – oft ohne, dass man den ursprünglichen Komponisten überhaupt noch kennt.
Die Lieder erzählen vom echten Leben – von harter Arbeit, historischen Ereignissen, Liebe, Natur oder gesellschaftlichen Missständen.
Es wird fast ausschließlich akustisch gespielt. Typisch sind Instrumente, die man leicht transportieren konnte, wie die Geige (Fiddle), Gitarre, Flöten, das Akkordeon oder die Sackpfeife.
Moderne Folk-Musik, Contemporary Folk
Wenn wir heute im Radio oder auf Spotify von „Folk“ sprechen, meinen wir meistens eine moderne Weiterentwicklung, die in den 1960er-Jahren in den USA und Großbritannien ihren großen Boom hatte (das sogenannte Folk Revival).
Künstler wie Bob Dylan, Joan Baez oder später Bands wie Mumford & Sons haben die alten Traditionen genommen und mit Elementen aus Pop, Rock und Country gemischt.
